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Freitag, 8. Februar 2008

Last man standing

Schön war es, aber zu schnel verging die Zeit.
Die Rede ist vom Besuch meiner Geschwister in Lissabon. Bei ihrer Stippvisite hab ich versucht in der Kürze das Wichtigste von Lisboa zu zeigen, und auch genug Zeit zum Erholen zu lassen. Hoffentlich ist mir das auch gelungen. Alfama, Belém, Sintra sind nur einige Stichworte, um zu zeigen, was sie gesehen haben. Doch leider musste ich sie gestern schon wieder in Richtung Österreich verabschieden.


Zur gleichen Zeit ist auch eine liebe Erasmuskollegin aus Lisboa abgereist, Annelies. Das lässt mich zum Letzten aus meinem engeren Freundeskreis werden, der hier in Portugal noch die Stellung hält. Allerdings kann es mir hier gar nicht langweilig werden, da am Montag der nächste Besucher ante portas steht, unser geschätzter Don Luigi! Auch wird sich vielleicht ein Überraschungsgast einfinden, wenn alles klappt wie es soll. Ihr seht, ich versuche meine Zeit hier noch zu genießen, bin aber auch schon voller Vorfreude auf die Heimat.
até breve in Graz oder Salzburg
KARL

Sonntag, 13. Januar 2008

Geburtstag und der Rest von Silvester

An meinem Geburtstag hab ich von meinen Freunden eine Karte geschenkt bekommen, auf der stand, dass ich am 12.1 eine Überaschung bekommen werde. Erstaunlicherweise haben alle dicht gehalten und ich hatte wirklich absolut keine Ahnung, was sie an diesem Samstag geplant hatten. Bobbie ist nach seinem Examen an dem besagten Tag zum Mittagessen vorbeigekommen und wir haben auf seine letzte Prüfung erstmal angestossen. Er wird am Dienstag der Erste sein, der Lissabon den Rücken in Richtung Heimat kehren wird. Als wir am Nachmittag in Richtung Metrostation des Einkaufzentrums Colombo aufbrachen , stieg in mir schon eine Vorahnung auf, die sich auch am Schluss bewahrheiten sollte. Dazu muss man vielleicht wissen, dass dieser riesiger Konsumtempel gleich neben dem Estadio da Luz des SL Benficas gebaut worden ist. Wie ihr jetzt schon richtig erraten habt, haben wir ein Spiel der portugiesischen Bundesliga besucht. Die Stimmung war hervorragend, nur das Spiel endete 0:0 und Benfica war leider nicht zu einer fussballerischen Bestleistung aufgelegt, aber trotzdem habe ich mich ausserordentlich über das Geschenk gefreut und ich bin später noch mit Wouter, Konrad, Annick und Annelies ins Bairro Alto gegangen, um den Samstag ausklingen zu lassen und den Sonntag willkommen zu heissen :-).
Als ich jedoch heute in der Früh aufgewacht bin und mich nach unten in unsere Küche begeben habe, bin ich erstmal ziemlich erschrocken. Da stand meinen seit 2 Wochen vermissten Mitbewohner Cesar aus Spanien. Beide Augen waren blutunterlaufen und sein ganzes Gesicht hat alle Farben des Regenbogens widergespiegelt. Er hat dann gleich erzählt, dass er Silvester in Prag verbracht hat und ein tschechischer Türsteher in zusammengeschlagen hatte. Ein Freund der Cesar helfen wollte, hat in dieser Auseinandersetzung auch einen Zahn verloren. Cesar beteuerte, dass er bis heute nicht wüsste, warum der Tscheche auf ihn losgegangen sei, und nachdem ich den Spanier als Menschen kennengelernt habe, der keiner Fliege etwas zuleide tun kann, glaube ich ihm auch. Das Schlimmste aus meiner Sicht kommt aber erst noch. Das Krankenhaus in Prag hat sich angeblich geweigert, den blutenden Spanier zu versorgen, Erst zurück in Spanien ist er wirklich von einem Arzt untersucht worden. Ausserdem hat erst die 3. Polizeistation zu der sie gegangen sind, sich dazu bereiterklärt hat, den Fall anzunehmen.
Die ganze Geschichte bringt meine bisher gute Meinung über die Tschechen ein wenig ins Wanken, aber ich hoffe troztdem immer noch, dass das dies ein Einzelfall war.
até logo
KARL

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Sinterklaas

Gestern haben meine niederländischen Freunde ihr Sinterklaasfest gefeiert und alle dazu eingeladen. Sinterklass ist das gleiche wie der Nikolaus bei uns. Ist der gleiche Heilige und das gleiche Fest, nur dass die Niederländer am 5. oder 6.12 die Geschenke bekommen und zu Weihnachten gibts meistens nur Familienessen oder ähnliches. Das politisch Interessante an der ganzen Tradition ist allerdings, dass der weisse Sinterklass lauter schwarzte Helfer hat. Was in den Niederlanden anscheinend kein Problem ist, hätte bei uns schon längst eine Grundsatzdiskussion ausgelöst, ob der Brauch noch zeitgemäß ist.
Wie auch immer, es war ein netter Abend mit Essen, Keksen und Geschenken. Noch ein paar Bilder zur Ilustration:

Montag, 19. November 2007

Coimbra, Viseu

Letztes Wochenende stand ein Ausflug nach Coimbra und Viseu am Programm. Am Freitag nachmittag ging es los. Nachdem wir nach langem Suchen eine Tankstelle gefunden hatten, und uns durch den Freitagnachmittagverkehr von Lissabon gekämpft hatten, fuhren wir dann ungefähr 3 Stunden Richtung Norden in die Universitätsstadt Coimbra.

Die Stadt war und ist immer noch das intellektuelle Zentrum von Portugal. Mit einer Universität, die 1290 gegründet worden ist, kann man sich die studentische Tradition hier vorstellen, insbesonders weil die Studenten hier den Grossteil der Bevölkerung ausmachen. Wir hatten bei der Herbergssuche ziemliches Glück, weil wir auf ein Hostel, stiessen, dass seit 3 Monaten offen hatte und von 3 jungen Portugiesen betrieben wird. Nach dem Einchecken haben sie uns sofort zum Abendessen und zu einer Feier eingeladen. Es gab traditionell portugiesische/brasilianische Kost: Feijoada.

Am nächsten Tag ging es dann ans richtige Besichtigen. Neben den erstaunlichen Universitätsgebäuden, mit Bibiothek, Prunksälen, Turm,..., die zum Erzählen etwas langweilig sind, haben wir auch die Überreste der letzten Sponsionsfeiern gesehen. Dazu muss man wissen, dass die traditionellen Studenten (also fast alle), in einem schwarzen Anzug, weissem Hemd mit schwarzer Krawatte durch die Gegnend laufen. Als Zeichen der Beendigung des Studiums, werden die eben Fertiggewordenen ihrer Kleider beraubt, und dass ist wörtlich zu nehmen. Alle Anderen reissen denen mit mehr oder weniger Gewalt die Kleider vom Leib, bis sie nur mehr in Socken bekleidet dastehen und dann geht die Feier anscheinend richtig los. Auf jeden Fall haben wir in den Bäume noch die letzten Überreste der schwarzer Kleidung gesehen. Eine andere augenfällig Sache, war die Einführung der jungen Studenten, das sogenanne "Praxe". Dabei müssen die Jungen mit speziell bedruckten T-shirts, in der Gruppe rumlaufen, singen und andere verrückte Sachen machen. Wir haben nur die Studenten von der Krankenschwesteruni gesehen, die den ganzen Tag singend und lärmend durch Coimbra gezogen sind. Nachdem das zwischen 50 und 80 Personen waren, haben wir sie auf unserer Tour in der ganzen Stadt gehört.



Am Abend sind wir dann Richtung Viseu aufgebrochen. Der Grund für die Wahl dieses kleinen Ortes, war, dass die Besitzerin unseres Autos, eine Schweizerin mit portugiesischer Mutter dort einen Cousin hat. Von dem Ort gibt es nicht sonderlich viel zu berichten, ein kleiner wunderschöner Ort, sogar ein Bischofssitz, aber ein wenig verschlafen. Wir haben im vornehmsten einheimischen Restaurant zu Mittag gegessen und der Durchschnittspreis für die äusserst leckeren Hauptspeisen war 4 Euro. Der Preisunterschied hat mich am meisten gewundert, weil im Vergleich dazu in Lissabon mehr oder wenig die gleichen Preise wie in Österreich zu zahlen sind. Der Wärmeunterschied zu Lissabon war auch drastisch, weil es in der Nacht in Viseu auf 5 Grad abgekühlt ist. Zurück in Lissabon musste ich allerdings heute feststellen, dass unser schönes Wetter hier auch vorbei ist und heute keine Sonne, sondern nur Wolken am Himmel zu beobachten waren.

Até logo
KARL

Mittwoch, 14. November 2007

Ich wollte mich eigentlich erst wieder melden, wenn bei uns im Haus das Internet funktioniert, allerdings kam mir ein Prof. in die Quere mit seiner Abwesenheit. Das heisst, dass die Einheit heute ausgefallen ist, und ich somit etwas Zeit totschlagen muss bis das Naechste anfaengt.
Auf jeden Fall nach dem Besuch meiner Eltern letzte Woche, der mich sehr gefreut hat, ist nichts Aufregendes passiert. Die Uni hat mich in ihren Faengen und am Wochenende war ich ein wenig in Lissabon unterwegs mit Wouter, Annelies und Annick. Dafuer passiert heute hoffentlich etwas. Gegen 4 Uhr soll das mit dem Internet endlich erledigt sein, und am Abend hab ich seit langer Zeit wieder einmal ein richtiges Handballspiel. Unser Team von der Medizinfakultaet (mit 1-2 Leuten aus der Science faculty) spielen gegen die Polizeischueler. Ich hab nur gehoert, dass die meistens ziemlich gross und breit sind, dafuer technisch sehr wenig koennen. Das heisst, dass wir tatsaechlich eine Chance zum Gewinnen haben, also wuenscht uns Glueck! Zur Erklaerung: Nachdem hier Sport gross geschrieben wird, gibt es fuer fast jede Sportart eine eigen Studentenmeisterschaft. Allein die Studenten bringen hier 14 (!) Handballteams zusammen, sodass wir 2 Gruppen zu je 7 Mannschaften haben. Ich bin schon gespannt wie das heute am Abend verlaueft!

Die Zeit vergeht, muss wieder los, até logo
KARL